Impulse

 

Impulse für Oktober
von Dr. Michael Plank

 

Wegweiser „nach Oben“: du findest sie in Natur und Kultur; du kannst sie in Menschen entdecken, deren Handeln Gottes Liebe erahnen lässt, und einer von ihnen bist du selbst!

Ein gesegnetes Fest der Reformation aller Herzen dürfen wir uns gegenseitig wünschen!

 

 

 

 


Impulse für September
von Dr. Werner Schwarz

Sich bücken …

Bückt sich noch jemand nach Ähren,
die der Mähdrescher liegen ließ und vergaß?
Bückt sich noch jemand nach dem Brotstück,
das vom Vorspeisen- oder Käse-Buffet fiel?
Es war sowieso nicht die Sorte, die ich mag.
Das Frühstücksbuffet im Urlaub war üppiger.
Muss noch jemand sein Brot essen im Schweiß
seines Angesichtes wie einst Eva und Adam?

Gut, dass wir hier in paradiesischen Zeiten leben
und Brot haben in vielen Sorten!
Ohne Scham können wir das vertrocknete Brot
entsorgen und uns auf frisches freuen.

Da stört die Tatsache, dass sich welche
wieder bücken müssen nach Brot.
Weil das Geld nicht reicht, die Schulden drücken,
die Kinder Hunger haben, man sich der Armut schämt.
Was immer galt, gilt auch heute wieder:
Wer Brot hat, sei dankbar und teile.


Gedanken zum Monat August
von Gerlinde Busse

Der gesegnete Regen, der köstliche sanfte Regen, ströme auf dich herab, so wie er die Wiesen wieder frisch ergrünen lässt.
Die Blumen mögen zu blühen beginnen und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst.
Der Regen möge deinen Geist erfrischen, dass er rein und glatt wird wie ein See, in dem sich das Blau des Himmels spiegelt und manches Mal ein Stern.
Leicht möge der Wind dich umwehen und dich tragen wie eine Feder, so wie Gottes Geist dich anhaucht und du wieder neue Kraft schöpfst.
Das Licht der Sonne möge dich anstrahlen, dass du Wärme und Licht spürst im Angesicht, den Glanz und die Schönheit von Gottes guter Schöpfung.
Alter irischer Sommersegen

 

 

 


 

Gedanken zum Monat Juli
von Erika Schwarz

Sommerfreude

Im Sommer
fließt Gottes Liebe über.
Er verschwendet sich an uns.
Den Blumen gibt er
Farben und Duft.
Dem Sonnenlicht schenkt er
Wärme und Kraft.
Im Rauschen des Bachs
klingt ein leises Lied
und die Wipfel der Bäume
wiegen sich sanft im Wind.
Der Sommer erzählt uns
von Gottes Liebe:
Großzügig, verschwenderisch,
leise und sanft:
So verschenkt sie sich an uns.

Tina Willms

 

 

 


Gedanken zum Monat Juni und zu Pfingsten
von Elisabeth Schatz

Niemand ist eine Insel, niemand ist ganz für sich allein; jeder ist ein Stück des Kontinents, ein kleiner Teil des Ganzen. Schwemmt die See ein Bröckchen weg, dann wird Europa kleiner, nicht anders. Als wär’s ein Vorgebirge, nicht anders als wär’s die Scholle deines Freundes oder deine eigene; jedermanns Tod schmälert mich, da ich ein Teil der Menschheit bin; und dann suche niemals zu erfahren, wem die Stunde schlägt; sie schlägt für dich.
John Dome, eng. Dichter und Prediger 17. Jhdt.

Ich bin schon länger sehr betroffen von den Schicksalen, die geflüchtete Menschen mir erzählen. Und wie hart es ist, in einem fremden Land, mit fremder Sprache, Kultur und fremden Gesetzen anzukommen. Und ich bin betroffen von den jüngsten Vorgängen, als Waffengeschäfte mit Saudi Arabien abgeschlossen wurden, von den Anschlägen da und dort. Alles was ich an Begleitung von geflüchteten Menschen beitrage, scheint ein winziger Tropfen zu sein und ist eigentlich nie genug.

Papst Franziskus ruft auf zur Revolution der Zärtlichkeit und sagt in einem Vortrag aus dem Vatikan im April 2017: „Ein Einzelner ist genug, damit Hoffnung existieren kann, und dieser Einzelne könnten Sie sein“ und „Helfen wir uns alle gemeinsam dabei, uns zu erinnern, dass der Andere keine Statistik oder eine Nummer ist. Wir brauchen einander“.
Es braucht enorm viel innere Stärke,
nicht zu richten, zu vergelten, zu bedrohen und zu zwingen,

es braucht in allen Bereichen der Gesellschaft Menschen, die gegen Gewalt auftreten – und Unterdrückung ist eine Form davon, Krieg eine andere,

es braucht Menschen, die „Einspruch“ sagen und Widerstand leisten, wo scheinbare Sachzwänge Ungleichheit und Ungerechtigkeit bringen,

es braucht Menschen, die Lust, Mut und Fantasie haben, mitzugestalten an Bedingungen und Strukturen, damit ein MEHR an gutem Leben für alle möglich wird,

es braucht einen langen Atem,
das an sich selber geschehen zu lassen und miteinander zusammen mit anderen das zu tun.
Es braucht einen guten Geist.

Frohe Pfingsten!

Elisabeth Schatz


 

 

Gedanken zum Monat Mai
von Dr. Matthias Lauer

Maria,
Mahnungen, Ratschläge,
Hinweise, Warnungen –
die Welt ist voll davon.

Du gibst uns den einzigen Rat,
der lebenswichtig ist.
Du gibst uns den einzigen Rat,
der wirklich gut ist:

„Was er sagt, das tut!“

Du, Maria, hast getan, was Er sagte.
Du bist seinem Wort gefolgt:
„Mir geschehe nach seinem Wort!“

Sein Wort war dir Lebensinhalt,
sein Wort war dein Halt, dein Trost, deine Liebe.
Denn sein Wort ist Er selber, dein Sohn.
Wenn ich doch mit dir sprechen könnte:
„Mir geschehe nach seinem Wort … !“

HERMANN BLANKENBURG

(aus: Gottzeit. Gebetsbuch des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Bonn 2008)


Gedanken zum Monat März

von Dr. Karola Czernohaus

Der Frühlingsbeginn und der Ökumenische Weltgebetstag der Frauen erfreuen mich jedes Jahr auf’s Neue
Schneeglöckchen, Krokusse, Schneerosen läuten den Frühling ein und erinnern mich an Gottes Treue, der dem Noah, nachdem dieser aus der Arche gestiegen war, die Tiere freigelassen und Gott ein Dankopferdargebracht hat, verspricht: „Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ 1. Mos. 8,22

Die Liturgie zum Ökumenischen Weltgebetstag 2017 am 3. März wurde von Frauen aus den Philippinen unter dem Motto: Habe ich Unrecht getan? geschrieben.
Einladungen zu den einzelnen Veranstaltungsorten werden von der Ökumenischen Initiative bekannt gegeben werden.

Gedanken zum Monat März 2017


Gedanken für Feber
von Peter Valtingojer

„Wirf dein Anliegen auf den Herrn …“ (aus Psalm 55)

Es ist im Leben so eingerichtet, dass man – wenn man will – immer wieder Hilfe bekommen kann. Das beginnt schon als Baby, wo man besonders hilfsbedürftig ist, die ersten Schritte werden an der Hand der Mutter getan, vor allem von ihr lernt man auch zu sprechen.

Später hat man in der Schule Lehrer, die einen unterstützen; wer einen Beruf ergreift, lernt bei einem Meister., …

Schön ist es, wenn man Eltern und Lehrer hat, die nicht nur Irdisches und damit Vergängliches lehren, sondern uns auch beibringen, dass es Gott gibt, der uns liebt, der für uns da ist und an den wir uns in allen Situationen wenden dürfen und sollen.

Dabei kann das folgende Gebet hilfreich sein:

„Mit dem Herrn fang alles an!
Kindlich musst du ihm vertrauen,
darfst auf eig’ne Kraft nicht bauen,
hüte dich vor stolzem Wahn.

Mit dem Herrn fang an alles an!
Alle, die sich ihn erwählen,
können nie das Ziel verfehlen,
sie nur geh’n auf sichrer Bahn.

Mit dem Herrn fang alles an!
Mut wird dir der Helfer senden,
froh wirst du dein Werk vollenden,
denn es ist in Gott getan.“

Christoph Christian Hohlfeld (1776 – 1849)

 

 

 

 

 

 

 

 


Gedanken für Jänner 2017
von Erika Schwarz

impuls-jaenner

Der Kraft des Neuanfangs trauen –
unbelastet dem Neuen entgegengehen,
weil ich nicht vor mir selber weglaufen muss,
sondern sein darf mit meiner Geschichte.

Die Kraft des Neuanfangs auskosten –
schweigend unterwegs sein,
ausgelassene Lebensfreude wecken,
die danach mit Leib und Seele gefeiert wird.

Der Kraft des Neuanfangs Gewicht geben –
belastende Erfahrungen in Beziehungen
nicht mehr länger nachtragen,
sondern jedem Menschen Verwandlung zugestehen.

Gedanken für Dezember
von Elisabeth Schatz

NIEMAND IST EINE INSEL, NIEMAND IST GANZ FÜR SICH ALLEIN; JEDER IST EIN dez-1 STÜCK DES KONTINENTS, EIN KLEINER TEIL DES GANZEN. SCHWEMMT DIE SEE EIN BRÖCKCHEN WEG, DANN WIRD EUROPA KLEINER, NICHT ANDERS; ALS WÄR’S EIN VORGEBIRGE, NICHT ANDERS ALS WÄR’S DIE SCHOLLE DEINES FREUNDES ODER DEINE EIGENE; JEDERMANNS TOD SCHMÄLERT MICH, DA ICH EIN TEIL DER MENSCHHEIT BIN. UND DANN SUCHE NIEMALS ZU ERFAHREN, WEM DIE STUNDE SCHLÄGT; SIE SCHLÄGT FÜR DICH.
Johan Dome, eng. Dichter und Prediger 17. Jhdt.

Fürchtet euch nicht. Denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk dez-2zuteilwerden soll: heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren: er ist der Messias. Und das soll euch als Zeichen dienen: ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
Lk. 2, 11-12

Seht her, nun mache ich etwas Neues. / Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht? Ja, ich lege die Wege, die zur Lebendigkeit führen / und gebe dem Leben das Recht. Ich gehe auf die Straße, / und trete ein für die Freiheit. Die Menschen, die sich fremd sind, führe ich zusammen, / sie werden ihre Angst überwinden. Ich gebe ihnen Heimat. Ich mache keinen Unterschied beim Volk / im Norden und Süden. Die alles verschlungen haben anerkennen mein Maß, / sie werden meine Gerechtigkeit preisen. Ich lasse die Güter der Erde verteilen / und das Wasser fließen, damit alle Völker / gemäß ihrer Würde leben. Ja, Ich bin der Ich bin da, Jahwe, euer Gott. Ich handle. Wer kann das Gute rückgängig machen? Fürchtet euch nicht. Seht her, ich mache etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein.
nach Jesaja 43, 19 f.

Ein frohes Weihnachtsfest !
Elisabeth Schatz Text und Fotos: Skulptur im Dom von Gemona, Mutter in Namibia


Gedanken für Oktober
von Dr. Lisi Wiesmüller
rogelio-catrina

Catrina

Ich will Zwiesprache halten
mit dir, du Tödin aus Mexiko:
Nicht Vanitas, die Eitelkeit, doch:
Carpe diem sag ich und memento mori
vereint in deiner Gestalt.
Ziehst den Blick auf dich
Catrina, du Verführerische.
Mich fröstelt deine Schönheit.
Du brichst dein Schweigen nicht,
lädst ein mit schmaler Knochenhand.
Ich trau dir nicht.
Jedoch beginne ich meinen Hut mit Blumen zu schmücken,
mein Kleid mit leuchtenden Farben zu besticken.
Wie ein Phönix aus der Asche
werde ich einst erstehen,
und in der Erfüllung mein Gesicht nie mehr verlieren.

Text: Elisabeth Wiesmüller
Figur: „Catrina“, eine weibliche Allegorie des Todes von Rogelio Jimenez Jacinto, meinem Schwiegersohn aus Mexiko

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Gedanken für Oktober
von Dr. Werner Schwarz

oktober-garten_001Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.
(Rainer Maria Rilke)


Gedanken für September
„Kreuzerhöhung“

DSC03999„Das Fest der Kreuzerhöhung erinnert an das Auffinden des Kreuzes Christi am 13. September 326 und dessen feierliche Präsentation in der Grabeskirche am darauffolgenden Tag. Das Kreuzerhöhungsfest ist für die Orthodoxe Kirche eines der Hochfeste und auch die Römisch-Katholische Kirche betrachtet diesen Tag als Gedenktag ihres Kalenders. Nach dem julianischen Kalender wird es regelmäßig am 14. September gefeiert, nach dem gregorianischen Kalender fällt das Fest hingegen auf den 27. September. Der Name „Erhöhung“ beruht in dem Brauch der Orthodoxen Kirche das Kreuz zu erheben und in alle Himmelsrichtungen zu zeigen.
Das Fest der Kreuzerhöhung ist möglicherweise ursprünglich ein Kirchweihfest, da 14. September 335 die Doppelbasilika durch Kaiser Konstantin geweiht wurde. Dieser Tag wurde jedoch nicht zufällig gewählt, denn der Erzählung nach war es Helena, die Mutter Kaiser Konstantin des Großen, die das Kreuz am 13. September 326 fand.
Während die meisten orthodoxen Kirchen das Fest der Kreuzerhöhung am 14. September begehen, feiert die Äthiopisch Orthodoxe Kirche dieses Fest, Meskal genannt, jährlich am 27. September. In Äthiopien ist dieser Tag ein unbeweglicher gesetzlicher Feiertag und Meskal ist das größte Fest des Landes. Auch hier erinnert das Fest an das Auffinden des Kreuzes durch Helena, der Mutter Konstantin des Großen.
Insgesamt gibt es drei Legenden zu diesem Fest. In der ersten forderte Helena die Juden auf ihr das Kreuz zu zeigen, nach der zweiten Legende fand die Königin von Saba es und in der dritten, der populärsten fand Helena das Kreuz selber.
Das äthiopische Meskal (andere Schreibweisen sind: Maskal, Masqal, Masqel, Meskel) wird seit mehr als 1600 Jahren feierlich mit langen Prozessionen, dem Anlegen von Festgewändern u.a.m. begangen.“ (Kerstin Probiesch: Christliche Feste: Fest der Kreuzerhöhung, in: www.feste-der-regionen.de/feste/kreuzerhoehung.html)

Aus der Predigt von Prof. Dr. Friedrich Schorlemmer, Wittenberg, am 07.07.2002 in St. Martin, Kassel, zum Lied vom Gottesknecht, Jesaja 53.
Quelle: www.ekkw.de/kunst/predigten/schorlemmer.html

„Die ganze Kreuzestheologie, die christliche Leidensmystik, der christliche Sühnegedanke hängen sich daran: dass einer für alle leidet und dadurch ent-sühnt. Geradezu weltumstürzend ist die Vorstellung: Gott der Erhabene, Höchste, Unnennbare und Unnahbare, der, der ganz Geist ist, wird ganz Fleisch, der, der der Herr aller Herren ist, macht sich zum Knecht, geht nach ganz unten. …

Doch: Der Erbarmenswürdige wird der sich Erbarmende. Auf ihn sehend, sehen wir das Elend. Auf ihn sehend, können wir sehen, dass das Dasein nicht das „Für-sich-Sein“, sondern ein „Sein für“ ist, das sich im Da-Sein für andere verwirklicht, im Absehen von sich und im Hinsehen auf andere. Kein Imperativ. Keine moralischen Zeigefinger, sondern ein Leben aus der Erkenntnis, dass einer für mich da ist und schon alles „gut gemacht“ hat. Es bedarf keiner moralischen Anstrengung, um gut zu sein; es ist „gut gemacht“. Aus dem gutmachenden Tun des Einen, Einzigartigen folgt ein gutes Tun der vielen, die ihm trauen.

Eine lange, durchaus auch problematische Wirkungsgeschichte …: benutzt für eine Dulderethik, die von den Herren den Unterdrückten anempfohlen wird, religiös überhöht, – ein Duckmäusertum, passives Hinnehmen des Leidens, bis „Religion“ nur noch Ausdruck des Leidens, aber nicht mehr Protestation gegen Leiden ist, wo sie zum „Gemüt einer herzlosen Welt“ wird, ohne deren Herzlosigkeit zu bekämpfen….

Hier aber ist etwas anderes gemeint: Jenes „höchste Wesen, das wir verehren“, begibt sich in Gestalt seines Knechtes auf die niedrigste Stufe. Das Geistige schlechthin wird im Leiblichen, also in all seiner hinfälligen Kreatürlichkeit sichtbar. Der von aller Welt Gepriesene wird der von aller Welt Verachtete – mehr noch: für „unwert“ erklärt, gemieden, vereinsamt. …

Dieser Held ist nicht attraktiv, ganz und gar nicht attraktiv, kein Siegertyp, sondern Geschmähter, ein Verschmähter, ein Verschmachtender, ein Geschundener. …
Unten ist er – ganz unten. Zum Schmerz kommt das Übersehenwerden, die Mitleidlosigkeit, die Verachtung. …
Wer bekommt denn in dieser Welt Achtung und Beachtung, Hochachtung, Wertschätzung, Pluspunkte? Wer wird ein Held, ein Star, ein Champion? Es sind die Herren der babylonischen Machtwelt, die sich in ihren Tempeln ihre versteinerte Macht reproduzieren und sich wie Götter, wie „Idole“ durch die Triumphbögen ziehen (sich ziehen lassen!) und sich zujubeln lassen, die die Hände hochrecken mit dem Zeichen des Victory, des Sieges … .

Er aber, als einer, der weiß, was Niederlage ist, was es heißt, für „ein Nichts“ geachtet zu werden, stellt sich zu den Verlierern, zu den Kaputten, zu denen, die nichts gelten, damit eine andere Rangordnung gilt, zwischen uns. Immer wieder steht vor uns diese tiefste, letzte, schwierigste, schönste Umwertung aller Werte. Die Menschheit misst sich fortan daran, wie wir mit Verlierern umgehen! …

Wo der ferne Macht-Gott zum nahen Ohnmachts-Gott wird, wird die Compassio, freiwillig auf sich genommenes, anderen abgenommenes Leiden, zu einem humanisierenden Lebenswert, das dem Prinzip folgt: Lieber Leiden erdulden als Leiden zufügen! Und das heißt – so politisch wie religiös – nicht fasziniert auf die triumphierenden Herren zu schauen, sondern den Gemarterten, den Leidenden im Blick behalten und mit ihm alle leidende Kreatur. Dies ist und bleibt die Provokation schlechthin! Den Ekel aushalten, den diese Welt der Ungerechtigkeit und der Gewalt erregt. Weltekel kann Ausdruck der Compassio sein, wenn er nicht dazu führt, sich davon abzuwenden, sondern sich dem aktiv zuzuwenden. So kann der Mystiker Johannes von Kreuz sagen: „Das Leiden für den Nächsten wächst umso mehr, je mehr sich die Seele durch die Liebe mit Gott vereint.“ Mitleiden heißt, sich freiwillig in das Leiden der Welt hineinzubegeben und das Risiko selber auf sich zu nehmen, das jede Parteinahme für die Opfer der Geschichte und jede Hingabe für die Sache der Verlierer enthält. Es ist der Gegenentwurf zur Machtwelt der Rüstungsindustrie, jeglicher Groß- und Allmachtsphantasien, der politischen Ideologien wie auch unserer Konsum-Glücks-Versprechungsgesellschaft. …

Lieber Leiden erdulden, als Leiden hinzufügen, heißt nicht, das Leiden (anderer) zu dulden. Ich erinnere an den großen Kämpfer im Geiste Christi, der Schimpf und Schande, Gefängnis und Märtyrer-Tod auf sich nahm, stets im Visier des FBI war, wusste er sich doch von Christus umgeben. Martin Luther King kämpfte mit sich und seinen leidenden schwarzen Brüdern dafür, dass wir nie dem Hass eine Chance lassen und dem Hass auch keine Chance geben. …

Um solche Leidensbereitschaft, um solche Unbestechlichkeit, um solche kämpferische Haltung geht es, den Glauben an die Wahrheit und Gerechtigkeit der eigenen Sache nicht verlierend, sich mit Christus und in Christus eins wissend. ER mit uns, für uns, in uns – für andere. Sich in den Weg Jesu Christi – in diese leidabnehmende Mitleidsbereitschaft – mit hineinreißen lassen. Darum geht es.
Auf ihn sehen.“

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Impulse für August 2016
von Dr. Karola Czernohaus

AugustSommer
Sandstrand
Sommerhitze
Erfrischung im Meer
Erholung – Entspannung
ausruhen im Schatten
Labsal für die Seele
Schutz vor der sengenden Sonne
Psalm 91 : Unter Gottes Schutz
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“ (V1-2)
„Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst Du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild.“ (V4)
In Zeiten der Ungewissheit, der Angst, des Terrors, ist es so tröstlich zu wissen: Wir haben einen sicheren Zufluchtsort.
Wie köstlich ist es im Urlaub sich Zeit für Gott zu nehmen, zur Besinnung und Ruhe zu kommen und sich von seinem Wort erquicken zu lassen.
Die Psalmen eigenen sich besonders gut dazu.
Ich wünsche einen gesegneten Sommer und erholsamen Urlaub.

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Impulse für Juli 2016
von Gerlinde Busse

Juli 1

Es wird erzählt, dass der alte Apostel Johannes gern mit seinem zahmen Rebhuhn spielte.
Eines Tages kam ein Jäger zu ihm. Der wunderte sich, dass Johannes, ein so angesehener Mann, spielte. Er hätte doch in der Zeit viel Gutes und Wichtiges tun können. Deshalb fragte der Jäger: Warum vertust du deine Zeit mit Spielen? Warum wendest du deine Aufmerksamkeit einem nutzlosen Tier zu?
Johannes schaute ihn verwundert an. Warum sollte er nicht spielen? Warum verstand der Jäger ihn nicht?
Er sagte deshalb zu ihm: Weshalb ist der Bogen in deiner Hand nicht gespannt?
Der Jäger erwiderte: Das darf man nicht. Der Bogen würde seine Spannkraft verlieren,
wenn er immer gespannt wäre. Wenn ich dann einen Pfeil abschießen wollte, hätte er keine Kraft mehr!
Auf diese Antwort hatte Johannes gewartet.
Er entgegnete ihm: Junger Mann, so wie du deinen Bogen immer wieder entspannst, so musst du dich selbst auch immer wieder entspannen und erholen.
Wenn ich mich nicht entspanne und einfach spiele, dann habe ich keine Kraft mehr für eine große Anspannung. Dann fehlt mir die Kraft, das zu tun, was notwendig ist und den ganzen Einsatz meiner Kräfte fordert.

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Impulse für Juni 2016
von Erika Schwarz

Juni 16

Ich wünsche dir,
dass der Sommerwind
dich erinnert:
Der Atem Gottes
durchdringt die Erde
und belebt sie mit seiner
Liebe.
Er ist um dich und in dir.

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Impulse für Mai und Gedanken zum orthodoxen Osterfest
von Gordana Nadler

Ikone

Serbisch-orthodoxe Gläubige beginnen den Monat Mai 2016 mit dem traditionellen Ostergruß: „Christos ist auferstanden, – er ist wahrhaftig auferstanden!“ und feiern am 1. Mai gemeinsam mit allen orthodoxen Brüdern und Schwestern Ostern.

Im selben Monat, am 6. Mai, wird in der orthodoxen Kirche der Heilige Großmärtyrer Georg geehrt und damit im serbischen Volksbrauchtum der allgemein bekannte und beliebter „Georgstag“ begangen. Tief verankert in der serbischen Tradition ist „Slava“, ein Familienfest, an dem der Hausheilige oder Schutzpatron der Familie geehrt wird. Neben dem Hl. Nikolaus ist der Hl. Georg der meist verehrte Hausheiliger der Serben. Slava Fest wird traditionell in der Kirche mit der Teilnahme an der Hl. Liturgie begonnen und im Anschluss zu Hause, mit den Gästen und Freunde weiter gefeiert. Hl. Georg wird auch am 16. November geehrt, dem Tag der Übertragung seine Reliquien aus Nikomedia/Türkei nach Lod/Israel. Dem Volksglauben nach, ist 6. Mai die endgültige Trennung zwischen Winter und Sommer und wird als ein Frühlingsfest, reich an lebendigen Bräuche und rituellen Handlungen gefeiert. Georgstag oder Ðurđevdan feiern neben den orthodoxen Serben auch noch Bulgaren, Makedonier, einige Kroaten und orthodoxen und muslimischen Roma.
Die Hauptbräuche sind: das Binden der Kränze mit Kräutern und Blumen, das Baden im Heilkräuterwasser und das frühmorgendlicher Bad im Fluss vor dem Sonnenaufgang.
Eine Besonderheit der Feierlichkeiten zu Ehren des Hl. Georg ist der beliebte „Georgstag Weckruf“ oder „Ðurđevdanski uranak“ Dazu ziehen Familien in den Wald, suchen Plätze auf der Waldlichtung oder neben dem Fluss, grillen und feiern gemeinsam. Aus den erst erblühten Kräutern und Gräsern werden Kränze gebunden und an Hauseingänge, Fenster oder Stalltüre gehängt, da der Hl. Georg als Schutzpatron der Natur, Tiere, Gesundheit, Fruchtbarkeit des Menschen und des Viehs verehrt wird.
In der christlichen Ikonographie wird Hl. Georg ab dem 7. Jh. als Soldat, stehend mit dem Schwert oder Speer in der rechten Hand abgebildet und erst ab dem 9. Jh. erscheint er auf dem Pferd, mit der Lanze den Drachen tötend. Auf diesen Ikonen ist auch eine weibliche Gestalt in festlicher Kleidung sichtbar, es wird als Kaiserin Alexandra gedeutet, die die frühe christliche Kirche symbolisiert und der getötete Drache für den Polytheismus steht.

„Ðurđevdan“ der serbischer Kulturverein in Innsbruck, organisierte schon einige Male Georgstag Begegnungen – „Ðurđevdanske susrete“ Auch für heuer ist eine Begegnung geplant. Die Veranstaltung findet am 21. Mai und beginnt um 14 Uhr am Landhausplatz. Die 200 aktive Teilnehmer, darunter Gäste aus Serbien, ziehen in Begleitung der Blasmusik zum Goldenen Dach, wo sie traditionelle Volkstänze dem Publikum vorführen. Ab 18 Uhr findet im Innsbrucker Hafen abschließende Manifestation, bei der gefeiert, getanzt und gesungen wird und auch Freundschaften geschlossen. Es finden Begegnungen statt, eine Möglichkeit um andere Menschen und andere Kulturen kennenzulernen.

Mai

 

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Gedanken zum Monat April 2016
von Gerlinde Busse

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Du bist mir fremd geworden, Gott,
im Laufe meiner Jahre.

So unbefangen ich dir einst vertrauen konnte,
so sehr plagen mich heute Fragen und Zweifel.
So selbstverständlich du einst für mich warst,
so wenig kann ich dich heute verstehen.
So gern ich einst mit dir gesprochen habe,
so oft fehlen mir heute die Worte,
wenn ich sehe,
wie viel Unbegreifliches in der Welt geschieht,
und nicht begreifen kann, welchen Sinn das alles haben soll.

Und dennoch
bist du mein Gott geblieben.
Mein fragwürdiger,
mein unverständlicher,
mein mich immer wieder sprachlos machender Gott.

Aus: Eckhard Herrmann, „Du gibst Geborgenheit – Gebete für dunkle und für helle Tage“, Claudius Verlag GmbH

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Impulse für März 2016
Dr. Karola Czernohaus

„Wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und wie ein Garten seine Saat aufsprossen lässt, so wird der Herr, HERR, Gerechtigkeit und Ruhmaufsprossen lassen vor allen Nationen.“ Jes. 61,11

 „Solange die Erde besteht, wird es Saat und Ernte geben, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ 1. Mos.8, 22

 

Jedes Jahr  freue ich mich und staune über die ersten „Frühlingsboten“  in den Gärten und der Natur. Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen, Krokusse, Leberblümchen….

Gott in seiner  Treue beschenkt uns mit genügend Regen und Sonne und genau dem richtigen Klima, dass die Pflanzen wachsen und gedeihen können und  im Herbst ihre Frucht bringen.

Lasst uns danken, dass Gott unser Land gesegnet hat und für seine wunderbare Schöpfung.

Lasst uns achtsam mit seiner Schöpfung umgehen und uns daran freuen.

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Impulse für Feber 2016
von Dr. Matthias Lauer

Diesen Monat jährt sich zum hundertsten Mal der Beginn der Schlacht um Verdun, der verlustreichsten Schlacht des Ersten Weltkriegs.

Auch in unseren Tagen ist der Ruf nach Frieden nicht erhört. Das Ökumenische Friedensgebet für das Jahr 2016 kommt diesmal aus den Philippinen, einem Land, das bis heute von bewaffneten Auseinandersetzungen, Terror und Ungerechtigkeit geplagt ist.

Gott, du Schöpfer des Universums
und unserer Mutter Erde.
Du hast uns Menschen
nur wenig geringer geschaffen als die Engel.
Mit einer herrlichen Welt hast du uns beschenkt.
All ihre Pracht hast du uns anvertraut.

Gott, gieße aus den Frieden,
den nur du geben kannst.

Als deine Kinder erleben wir
deine grenzenlose Liebe,
spüren deine Fürsorge und Zuwendung:
du bist wie ein guter Vater
und eine liebende Mutter.
Du hast uns gelehrt, was Recht ist:
deine Barmherzigkeit zu leben
und demütig mit dir zu gehen.
Gott, gieße aus den Frieden,
den nur du geben kannst.

Doch wir leben in einer Zeit,
in der in den Philippinen und in
vielen anderen Ländern Menschen erleben,
dass ihre Rechte mit Füßen getreten werden,
dass sie um ihr Land
und um ihr Leben kämpfen müssen,
dass ihre Kultur und ihre Zukunft in Gefahr sind.

Gott, gieße aus den Frieden,
den nur du geben kannst.

Unsere Herzen trauern mit allen,
deren Heimat bedroht ist durch Tyrannei.
Manchmal werden wir mutlos, schreien und
klagen über das Unrecht, das so viele erleiden.
Wie Ströme fließen dann unsere Tränen.

Gott, gieße aus den Frieden,
den nur du geben kannst.

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Impulse für Jänner von Dr. Michael Plank

… der Weg führt weiter
Weihnachten endet nicht an Silvester
Bethlehem geschieht nicht nur einmal
Sucht den Stern
hört auf die Engel
sprecht darüber
und euch findet
wonach euch dürstet …

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