Impulse

Fastenkrippe, Romedikirchlein, Thaur

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Römer 8, 31-32

Die Ökumenische Initiative Tirol wünscht eine gesegnete Karwoche

 


Gedanken zum Feber 2019
von Gerlinde Busse

Noch schläft die Erde,
zugedeckt in Weiß

Noch neigen sich die Äste,
ihre Last ist schwer und weiß

Noch sendet die Sonne matte Strahlen,
es glitzern Wiesen hell in Weiß

Gedanken durchstreifen die Landschaft
sie liegt vor mir, noch in Weiß gehüllt

Doch bald zerrinnt das Weiß
und die Welt wird wieder grün und bunt
G.B.

 


Gedanken zum Jänner 2019
von Dr. Michael Plank

„Es lässt sich verzehren für der Liebe Licht
das Wachs dieses Lebens und vergisst uns nicht.
Das Gute bleibt gut und tobten tausend Sorgen,
es geht Einer mit uns durch die Nacht in den Morgen.“

 


Gedanken zum Advent

von Michael Strebitzer

Mein Adventvorsatz:
Bereitet dem Herrn den Weg!
Routinierte Christen so wie ich kennen das: auf Advent folgt Weihnacht, Ostern, Pfingsten, … und dann beginnt alles wieder von vorne. Alles Routine! Dabei liebe ich doch die Überraschungen. Ich liebe es Geschenke zu bekommen, wenn ich den Inhalt noch nicht kenne. Ich schenke gerne meinen Kindern und Freunden etwas, was sie nicht schon seit Wochen erwarten!
Ich frage mich heuer: Wo ist die Überraschung von Weihnachten 2018? So wird Advent für mich nicht eine Zeit des Rückzugs aus der Welt sondern ein „Neu-In-Die-Welt-Hineinschauen“ und mich von jenen überraschen lassen, von denen ich es als Christ nicht zu allererst erwartet hätte: von jungen Menschen, von Andersdenkenden, von Fremden, von Flüchtlingen! Und das sind auch die biblischen Erfahrungen von Weihnachten: Fremd-Sein, Flucht, Herbergsuche, Notquartier – Neues kommt zur Welt, Gott wird Mensch!
Ich möchte dem Herrn zutrauen, dass es Wege jenseits meiner Routine gibt, auf denen er in mein Leben und durch mich hindurch zu anderen kommt.

 


Gedanken zum Monat November
von Dr. Matthias B. Lauer

Max Josef Metzger: „Der Welt mit Christi Segen den Frieden wieder schenken und verbürgen“ – Zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs.
Diesen Monat jährt sich das Ende des verheerenden Ersten Weltkriegs zum 100. Mal.
Der römisch-katholische Priester Max-Josef Metzger wandelte sich unter dem unmittelbaren Eindruck des Krieges als Divisionspfarrer zum entschiedenen Kämpfer für den Frieden und für die Ökumene. Er gründete u.a. das Weltfriedenswerk vom Weißen Kreuz und den Friedensbund Deutscher Katholiken. 

Metzgers zweites großes Lebenswerk war die 1938/39 erfolgte Gründung der ökumenischen Una Sancta-Bewegung, einer Bruderschaft mit dem Sitz in Meitingen bei Augsburg, in der Katholiken und Nichtkatholiken gemeinsam um die Einheit der Christen beteten. Seine ökumenischen Impulse reichten von der Publikation zahlreicher Schriften und Vorträge bis hin zur Organisation zweier bedeutender ökumenischer Treffen in Meitingen (1939 und 1940).
Ende 1939 verfasste er ein Schreiben an Papst Pius XII., ein Sekretariat für christliche Einheit zu errichten und ein christliches Unionskonzil vorzubereiten. Metzger dachte an etwa zwölf Männer aus allen getrennten Gemeinschaften und hatte visionär Assisi als den geeigneten Ort für die ersten vertraulichen Gespräche genannt. (Kathpedia)
Metzger wurde 1944 vom NS-Regime hingerichtet. Sein Gedächtnis wurde sowohl in das römisch-katholische Deutsche Martyriologium wie in den Evangelischen Namenkalender aufgenommen.
Im Sommer 1917 sandte Metzger seinen „Friedensaufruf an die Völker“ an politische und kirchliche Entscheidungsträger und Medien. Darin heißt es u.a.:
„…Das einzige Friedensprogramm, das der Welt den Frieden geben kann, ist das christliche.
Aus dem Geiste dessen geboren, der mit Recht sagen könnte: „Den die Welt nicht geben kann, den Frieden gebe ich euch!“ …
Wir fordern das Ende des nutzlosen Blutvergießens auf den Schlachtfeldern, zugleich aber damit das Ende einer Politik, die mit Machtmitteln die sittlichen Probleme des Zusammenlebens der Völker zu überwinden sucht und dabei immer aufs neue Kriege heraufbeschwört.
Wir fordern den dauerhaften Weltfrieden, an den wir glauben, im Namen der Zivilisation, der Kultur, der Sittlichkeit und Religion. …
Wir fordern das Aufgeben des sinnlosen Wettrüstens der Völker zu Wasser und zu Land und die Konzentrierung ihrer Mittel auf die positiven Kulturaufgaben.
Wir fordern ein Handinhandgehen aller Regierungen und Parlamente zur ehrlichen friedlichen Verständigung über die gegenseitigen Forderungen der Gerechtigkeit und den unbedingten Willen aller Regierungen und Parlamente, beim nächsten Volk das als recht anzuerkennen, was man für sich selbst als billig ansieht.
Wir fordern von unseren Regierungen und Parlamenten die ehrliche Unterstützung aller Bestrebungen, die auf die Schaffung eines dauerhaften Weltfriedens, eines Weltkulturbundes, gerichtet sind, nicht nur der kleinen äußeren Mittel der völkerrechtlichen Verständigung, sondern vor allem der Überwindung des kriegsverursachenden Geistes der Selbstsucht und Ungerechtigkeit im Leben der Einzelnen und der Völker im Großen.

Wir fordern das Aufgeben des Rassenkampfes und aller Vergewaltigungsbestrebungen eines Volksteiles gegenüber dem anderen und die Anerkennung des Rechtes für jedes Volk, kraft dessen es seine eigene Sprache und Kultur innerhalb des Staatsganzen besitzen und entfalten darf.
Wir fordern die Überwindung des Klassenkampfes, der mit dem Geist der nackten Machtpolitik im Leben des einzelnen Volkes auch den Geist der Machtpolitik im Völkerleben, damit den Geist des Weltkrieges heraufbeschwört, durch den Geist des sozialen Ausgleiches, des Willens zur sozialen Gerechtigkeit und der versöhnenden christlichen Nächstenliebe. …
Wir fordern die Rückkehr aller Völker und Staaten und aller ihrer einzelnen Glieder zu einem praktischen Christentum, unbedingte und rückhaltslose Anerkennung und Durchführung des göttlichen Sittengesetzes und seiner Forderungen der Gerechtigkeit und Nächstenliebe, und sehen die Gewähr des Erfolges aller Friedensbemühungen, die unversiegbare Kraftquelle des Friedensgeistes, in der geistigen und wirklichen Kommunion aller Völker und ihrer Glieder mit dem Friedenskönig

„Christus, gestern und heute und in alle Ewigkeit“.“

(Textquelle: http://www.max-josef-metzger-meitingen.de/)


Impuls für Oktober
von Dr. Karola Czernohaus

Der Herbst kommt mit seinen prachtvollen, intensiven Farben ins Land und erinnert uns an Werden und Vergehen, so wie diese beiden Bilder.

Die Sonnenblume erinnert mich daran mich zur Sonne hin zu wenden. Dem Licht entgegen.
Ich habe mich entschieden auf Jesus zu schauen, der das Licht ist.
Jesus, der die Liebe ist und sich für mich hingegeben hat, damit ich Frieden mit Gott erleben kann.
Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, wenn ich in einer Krisen bin und in Zweifel komme.
Jesus, die Quelle des Lebens und Lebensspender.
Die verwelkten Sonnenblumen erinnern mich daran, dass diese Welt vergänglich ist.
Sie erinnern mich an Verse aus Psalm 90, ein Gebet des Mose: V5-6:
Von Jahr zu Jahr säst Du die Menschen aus; sie gleichen dem sprossenden Gras. Am Morgen grünt es und blüht, am Abend wird es geschnitten und welkt.
V12: Unsere Tage zu zählen, lehre uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Dr. Karola Czernohaus

 

 

 


Impuls für September
von PD Dr. theol., Univ.-Ass. Liborius Olaf Lumma

1989 wies Dimitrios I. (1914–1991), damals Ökumenischer Patriarch, dazu auf, den 1. September jedes Jahres dem Gebet für die Schöpfung zu widmen. In der alten Kalenderzählung Konstantinopels hatte der 1. September den Charakter eines Neujahrstags. Daher bot es sich an, ihn einer umfassenden Perspektive auf Mensch und Welt zu widmen.
Aus diesem Aufruf ist mittlerweile ein weltweites ökumenisches Projekt geworden: Die „Schöpfungszeit“ vom 1. September bis 4. Oktober jedes Jahres.
Es lohnt sich, einen kurzen Blick in die Worte des Patriarchen Dimitrios zu werfen, die an Aktualität nichts verloren haben:

Indem der Mensch seine Sonderstellung in der Schöpfung und Gottes Auftrag, „über die Erde zu herrschen (Genesis 1,28)“ missbraucht, hat er die Welt an den Rand apokalyptischer Selbstzerstörung geführt, sei es durch die Verschmutzung der Natur, die alle Lebewesen gefährdet, sei es durch die Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten oder auf mancherlei andere Weise. Wissenschaftler und andere Experten warnen uns vor den Gefahren und weisen auf immer neue lebensgefährdende Phänomene hin, wie zum Beispiel den sogenannten Treibhauseffekt, dessen erste Anzeichen sich bereits bemerkbar machen. Angesichts dieser Situation kann die Kirche Christi nicht stumm bleiben. […]

Angehörige aller Kirchen sollten wissenschaftsfeindlichen Verschwörungstheorien entgegentreten – der Text ist ein Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Erkenntnis den Glauben unmittelbar in Anspruch nimmt. Gewiss ist der christliche Blick immer über das Irdische hinaus, auf Transzendenz ausgerichtet – doch angesichts der Zerstörung von Leben und Schöpfung dürfen Schweigen und „Weiter-so“ keine christlichen Optionen sein.

Hinweis:
Jeden Dienstag, 18.00 Uhr: Luzernar und Vesper (Abendlob) in der Krypta der Jesuitenkirche (Karl-Rahner-Platz 2); im September auf das Schöpfungsgedenken hin gestaltet.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 



 

 

 

 

 

Impulse für den Advent
von Michael Strebitzer 

 

Meine Zeit liegt in Deinen Händen

Manchmal lohnt es sich, die eigenen Hände einmal in Ruhe zu betrachten. Schon an der äußeren Beschaffenheit kann man vieles ablesen: Hornhaut und Schwielen erzählen von körperlichen Arbeiten, während eine rosige Haut eher auf Schreibtisch und Nachdenken hinweisen. Wertvoller Schmuck gibt Auskunft über den sozialen Status. Mit den Händen nehmen wir Kontakt zur Umwelt und zu den Mitmenschen auf, Gesten verraten oft mehr über die momentane Stimmungslage als einem lieb ist. Unsere Hände sind eigentlich fast ununterbrochen auf vielfältige Weise im Einsatz.

Wie gut tut es, einmal die Hände in den Schoß zu legen und vom aktiven Tun Abstand zu nehmen. Die Hände ruhen zu lassen ist eine Hilfe, um zu jener inneren Ruhe zu finden, die vieles klarer sehen lässt und neue Perspektiven eröffnet.

Die Ökumenische Initiative Tirol wünscht Ihnen eine gesegnete Adventszeit

 


 

 


 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 


 

 

 

 


 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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